Schärfentiefe

Tiefenschärfe

Praxis-Tipps und -Tricks für den richtigen Einsatz von Schärfentiefe (depth of field) in der Fotografie. Jeder, der sich mit Fotografie beschäftigt, wird früher oder später auf diesen Begriff stoßen: Tiefenschärfe. Hinweis: Dieser Schärfentiefenparameter wirkt sich nur auf den Standard-Renderer aus und gilt als Post-Effekt. Einen wichtigen Unterschied zwischen den Medien, der zum sogenannten Filmlook beiträgt, stellt auch die unterschiedliche Tiefenschärfe dar.

Tiefenschärfe in der Photographie - das Wichtigste auf einen Blick

Die Fotografin kann Einfluss darauf nehmen, wo die Bildschärfe ist und über welchen Flächenbereich sich die Bildschärfe ausbreitet. Dies kann so weit gehen, dass man eine Erzählung basierend auf der ausgewählten Bildschärfe und Tiefenschärfe erstellen kann.

In folgendem Beispiel beträgt der Mindestabstand zwischen dem Fotografen und dem Modell ca. 80 cm. Keine der Aufnahmen wurde überarbeitet, um den tatsächlichen Eindruck der Verschwommenheit deutlich zu machen.

Bei der Schärfung per Bildverarbeitung konnte etwas mehr Bildschärfe "herausgearbeitet" werden. Diese Konstruktion (Entfernung und Blickrichtung) hat für unser Beispiel den Vorzug, dass die Weichzeichnung im rechten Augenbereich sehr gut zu erkennen ist. Mit f/2.8 haben wir eine sehr geringe Tiefenschärfe - das rechte Augenlicht ist verschwommen. Die Öffnung f/4 ist nur bedingt hilfreich.

Die Öffnung f/10 und das rechte Augen wird allmählich scharfer. Apertur f/16 und das rechte Augenpaar ist verhältnismäßig scharfsinnig (eine gewisse Bildschärfe kann noch durch Bildverarbeitung erreicht werden). Der weiter zurückliegende Strang ist noch nicht geschliffen. Bei dieser Serie kann man sehr gut sehen, wie sich ein scharfes oder verschwommenes Blick auf den Beobachter auswirkt.

Insbesondere kann die Tiefenschärfe verwendet werden, um einen Untergrund zu verwischen, der vom Hauptobjekt ablenkt. Somit haben wir eine Beziehung zwischen der Schärfentiefe und der Apertur, wie in der nachfolgenden Abbildung ersichtlich. Mit zunehmender Blendenzahl haben wir mehr Tiefenschärfe.

Es ist jedoch zu beachten, dass es in der Regel eine zusätzliche Schaltfläche an der Messkamera gibt, um die Schärfentiefe zu überprüfen - die Fade-Out-Taste. Dies erfordert Eingewöhnung, denn bei hohen Öffnungswerten ist weniger Streulicht im Bildsucher zu finden.

Einen sehr seltsamen Effekt erzeugt man, wenn das vom Beobachter weiter entfernte Augenpaar zwar scharfsinnig ist, aber das dem Beobachter näher kommende Augenpaar verschwommen ist. Die Entfernung zum zu fotografierenden Motiv verändert auch die Tiefenschärfe.

Die Schärfentiefe ist umso geringer, je dichter das Motiv ist. Wenn Sie die Bildschärfe auf ein fernes Motiv einstellen, haben Sie auch mehr Tiefenschärfe. Dies ist oft der Hauptgrund, warum Landscape-Aufnahmen einen großen Fokusbereich haben. Andererseits - warum es in der Makrofotografie so wenig Tiefenschärfe gibt. Du versuchst, so nah wie möglich an das Ziel zu kommen, um es so groß wie möglich zu machen.

Wenn sich das Ding dann noch verschiebt, hat man richtig viel Spass (glaubt mir). In der Makrofotografie hat man oft eine Tiefenschärfe von 1 Millimeter. Der direkte Einfluß der eingestellten Fokussierlänge auf die Tiefenschärfe ist ebenfalls gegeben. Weitwinkel-Objektive haben eine deutlich höhere Tiefenschärfe als Teleskop-Objektive. Im Bild ist das zu photographierende Motiv gleich weit weg und die Blende ist gleich eingestellt.

Je nach verwendeter Objektivbrennweite haben Sie mehr oder weniger Tiefenschärfe - je mehr gezoomt, umso geringer die Tiefenschärfe. Je kleiner der Bild-Sensor, umso geringer ist auch die Schärfentiefe. Die Schärfentiefe ist umso leichter zu nutzen, je grösser der Bild-Sensor ist, um die Weichzeichnung gestalterisch zu nutzen.

Deshalb erzeugen kleine kompakte Kameras oder Kamerahandys mit einem sehr kleinen Lichtsensor in der Regel Aufnahmen, die von vorn nach hinten scharfzeichne. Für viele Anwendungsbereiche der Photographie ist die Tiefenschärfe ein sehr wichtiges Mittel, um den Fokus des Zuschauers auf das Wichtigste zu richten. Der Umgang mit der Tiefenschärfe ist etwas, das du üben solltest.

Unterschiedliche Einflussfaktoren wie der gewählte Öffnungswert, der Objektabstand und die Brennweite, die alle kombiniert werden können, sowie die Abhängigkeiten von der Grösse des Lichtsensors machen die Nutzung der Tiefenschärfe für den übungsbedürftigen Anfänger möglich. Wunderschöne Resultate mit Weichzeichnern werden mit Linsen erzielt, die Öffnungswerte von f/2,8 oder weniger zulassen.

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